Wird LoL einfacher?

Mit dem baldigen Release von Dota 2 steht Riot Games mit League of Legends vor einer starken Konkurrenz. Die letzten Design-Entscheidungen Riots zeigen, dass sie sich für eine andere Zielgruppe entscheiden. Obwohl beide Spiele viele Ähnlichkeiten haben, gehen sie bei tiefgehender Betrachtung stark auseinander.

Bei Riot dreht sich alles um eins: Spaß haben! Morello, Lead Champion Designer Riots, führte in den letzten Monaten viele Diskussionen mit der Community und stellte dabei seine Ansicht dar. Für ihn sollten alle Mechaniken, die Frust bereiteten, aus dem Spiel entfernt werden.
Schon bevor die Beta begann zeigte sich bereits diese Designphilosophie, nämlich durch das Entfernen des Denyings. Denying war in Dota und ist in Dota 2 implementiert und ermöglichte Spieler eigene Creeps zu töten, um den Gegnern das Gold zu verwehren, welches man durch das Töten von Creeps bekam. In LoL konnte Gangplank begrenzt Denying ausführen, wurde aber wie wir wissen später aus dem Spiel entfernt.

Mit dem baldigen Release von Ahri wird außerdem das Ausweichen aus dem Spiel entfernt. Die Begründung: Ausweichen erzeuge Frust, da es manchmal den letzten Treffer für einen Kill verwehrt. Das Spiel sollte mehr vom Skill und weniger von Glück abhängen. Aber hey, warum ist denn die kritische Trefferchance im Spiel noch erhalten? Ausweichen stellte für mich einen Konter für kritische Treffer dar. Zudem basieren einige Champions wie Udyr oder Jax stark bzw. weniger stark auf Ausweichen. Ich denke hier ist Riot nicht konsequent genug. Es stimmt zwar, dass Rüstung kritischen Schaden senkt, aber es gibt einen Grund warum Tanks mehr und mehr aus LoL verschwinden und Champions wie Shen oder Leona nicht mehr beliebt sind. Es wird im derzeitigen Metagame einfach viel zu viel Schaden ausgeteilt, welches durch das Wegfallen von defensiven Attributen wie Ausweichen noch verstärkt wird.

Warum LoL außerdem immer einfacher wird, ist das sogenannte Power Creep und das Design der Champions. Mit jedem Release von neuen Champions erhalten sie mehr Fähigkeiten und mehr Nutzen. Alte Champions werden durch neue und stärkere Champions ersetzt. Durch die vielen Patches und neuen Champions verschlechtert sich das Balancing und führt dazu, dass ältere Champions einfach aus der Bildfläche verschwinden. Dieses Phänomen sehen wir zum Beispiel bei Shen und anderen Tanks. Früher wäre es noch undenkbar gewesen, dass jemand viel aushält und auch noch viel austeilt. Lee Sins Design kann einfach alles: Junglen, Lanen, Carry oder Tank. Dies wäre nicht so schlimm, wenn zum Beispiel Shen seine alte Stärke zurückerhalten würde. So werden Champions zunächst viel zu stark im Spiel veröffentlicht und werden später mit jedem Patch abgeschwächt. Man muss also lediglich neue Champions kaufen, um immer im Rennen zu sein. Anhand von Ashe und anderen AD Carrys sehen wir das Gleiche. Graves, Vayne und Caitlyn können weit mehr und gibt keinen einzigen Grund, Ashe als AD Carry zu nehmen. Im Jungle steht Warwick vor einer unüberwindbaren Konkurrenz. Skarner, Nocturne und Lee Sin farmen nicht nur schnell und sicher, sondern ganken auch noch viel besser als Warwick.

Die kürzliche Veränderung des Jungles vereinfacht das Spiel nochmals. Es wird im Grunde gar kein Basiswissen mehr benötigt, um zu junglen. Früher benötigte man Wissen, um erfolgreich im Jungle zu sein. Heutzutage kann man ohne Runen und Meisterschaften junglen. Das erhöhte Risiko aus einem Gank unerfolgreich herauszukommen zwingt viele Jungler nur noch im Jungle zu farmen, anstatt sich in Ganks zu beteiligen. Das Spiel wird insgesamt passiver und im Early Game ereignisloser.

Im Allgemeinen sind die Champions in LoL viel zu stark. AP Carries können farmen, viel Schaden austeilen und halten viel aus. Vladimirs Design zeigt, dass Riot einen riesigen Fehler gemacht hat. Tanks wie Lee Sin, Shyvana oder Udyr teilen nicht nur viel aus, sondern halten auch noch viel Schaden aus. AD Carries können viel DPS und viel Burst austeilen.
Es gibt noch mehr Designentscheidungen die ich nicht befürworte, aber diese Aspekte stören mich hauptsächlich an League of Legends. Ich finde, dass Riot auf Kosten der Mechaniken das Spiel zu sehr vereinfacht, damit es der Zielgruppe mehr Spaß macht. Aber was ist eigentlich die Zielgruppe? Das scheint irgendwie keiner zu wissen…

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2 Kommentare

  1. Gorgosch said,

    20. Dezember 2011 um 11:00

    Klingt alles sehr dramatisch. Der Vergleich zu WoW drängt sich auf, wo auch soviel Vereinfachung eingeführt wurde das die Elite (Hardcore spieler) keine Unterhaltung mehr finden.
    Alles ist trivial eifacher geworden und alles vorher ereichte zählt nix mehr (Patch), ist hier ganz ähnlich mit den neun Champs das die alten nichts mehr können.

    Hier geht es dann auch in Elo Hell über. Spieler die an einem Champ hängen, auch wenn er längst nicht mehr state of the art ist.

  2. mdger said,

    20. Dezember 2011 um 18:46

    Hallo Gorgosch,

    der Vergleich zu WoW ist hier eigentlich nicht angebracht, da es in WoW um die Gegenstände geht, die an Wert verlieren. In LoL ist es aber viel schlimmer. Hier werden die alten Champions praktisch durch neue und bessere ersetzt, was bei MOBAs fatal sind.


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