Randy Pitchford will einen „offenen Pc-Spiele Markt“

Auf golem.de erschien gestern ein Interview mit Randy Pitchford, der CEO von Gearbox. „Bekannt“ ist er unter anderem für seine negativen Aussagen und Thesen über Steam. Und auch heute dreht sich alles um Randy Pitchford und Valve und der Spieleplattform Steam.

Das ursprüngliche Interview soll eigentlich das neueste Spiel von Gearbox präsentieren, nämlich Duke Nukem Forever. Doch Randy Pitchford konnte natürlich seine Finger wieder nicht von Valve lassen und musste Steam mal wieder kritisieren.

Seine erste These besagt: „Wenn zwei Käufer das gleiche Spiel über zwei verschiedene Plattformen gekauft haben, können sie sich nicht einmal online finden. Momentan werden die User nur dadurch bestraft, dass alle ihren eigenen Service kontrollieren wollen.“

Diese Aussage macht für mich keinen Sinn. Erst einmal bezieht sich Randy Pitchford wahrscheinlich auf die „social“ Funktion welches in den meisten Plattformen aufgeteilt ist. So wie Blizzard sein Battle.net hat und Steam sein „Messenger“-Gadget hat, ist es in den meisten Onlinespielen so gelöst. Jedes MMO hat einen eigenen Chat-Channel und interne Messenger, die nur intern im Spiel verschickt werden können. Die richtigere Aussage wäre: „Wenn zwei Käufer das gleiche Spiel über zwei verschiedene Plattformen gekauft haben, können sie sich nicht gegenseitig Nachrichten schicken.“ Aber man wird aufjedenfall noch miteinander spielen können. Wer Titan Quest, Guild Wars, Aion usw. über Steam kauft, wird immer noch mit anderen Leuten spielen können, die das Spiel nicht über Steam gekauft haben. Was Randy Pitchford meint, ist das „UI Overlay“, welches über jedem Spiel eingeblendet werden, solange man das Spiel über Steam startet. Diese Funktion wird bei mir nie benutzt und wer als Gamer heute mit Freunden daddelt, der benutzt heutzutage VoiP Programme wie Skype, Mumble, Ventrilo oder Teamspeak. Dieser Aspekt ist somit für mich völlig unbedeutend.

Auf die Frage hin, wie und ob das Problem gelöst werden könnte, weicht Randy Pitchford auf ein Beispiel aus: “ Erinnern wir uns an ITunes und wie es mit der Musik war. Wenn ich einen Song bei iTunes gekauft habe, kostete der 99 US-Cent und ich war an den iPod gebunden. Der exakt gleiche Song bei Amazon.com kostete aber nur 89 US-Cent und ich konnte ihn überall abspielen. Wir sind deswegen alle zu der offenen Plattform gewechselt und haben von dort gekauft – vom offenen Service.“

Eine genaue Antwort gibt Pitchford jedoch nicht und darum müssen wir mal wieder raten, was der Sinn dieser Aussage ist. Seine Kernaussagen sind, dass gekaufte Lieder über Amazon billiger sind. Gleichzeitig konnte man sie auf allen MP3 Playern abspielen, was bei ITunes nicht der Fall war. Pitchford behauptet also, dass Steam durch seinen Erfolg als Spieleplattform einen Monopol über die Preise der Spiele hat und die Spiele nicht „offen genug sind“. Ich würde der Aussage zustimmen, dass die Preise über Steam schon ziemlich hoch sind, jedoch werden diese nicht von Valve festgelegt. Dies legt jedes Unternehmen selbst fest. Die zweite Aussage finde ich ziemlich unsinnig, denn was genau meint Pitchford denn damit? Steam ist für Windows und Mac zugänglich. Will er also, dass man Steam auch noch über  Linux zugreifen kann? Oder protestiert er gegen die „Steampflicht“, dass alle über Steam gekauften Spiele nur über diese Plattform gestartet werden kann? Das Fallbeispiel macht in meinen Augen überhaupt keinen Sinn.

Weiterhin sagt er: „Wenn der Spielemarkt Druck auf Valve und Microsoft ausüben würden, könnte sich etwas ändern. Wenn beide Plattformen sich verbinden würden, wären sie ein Vorbild für alle anderen. Solange dies nicht geschieht, erscheinen immer mehr geschlossene Plattformen und immer mehr Probleme würden sich auftun.“

Ehrlich gesagt, kann ich diese Aussage auch nicht verstehen. Belebt Konkurrenz nicht den Markt? Ob jetzt Blizzard mit Battle.net eine eigene „Sonderwurst“ hat oder Stardock mit Impulse und Ubisoft mit „Ubishop“ eine eigene Spieleplattform hat, „who cares“? Es interessiert mich herzlichst wenig, ob ich im Spiel mithilfe eines plattform-internen Chats kommunizieren kann oder nicht. Das wichtigste ist doch wohl, dass Spieler aus verschiedenen Plattformen miteinander spielen können. Und solange dies funktioniert, bin ich zufrieden. Heute kommt niemand mehr von „social communities“ wie Facebook, Twitter und Skype weg. Suggeriert dies nicht eher eine Verkupplung dieser Programme mit Spielen?

Zuletzt wird Pitchford gefragt, ob ein Bündnis möglich sei. Darauf antwortet er mit folgender Antwort: „Ich weiß, dass sie miteinander reden. Sie sagen uns, dass sie zusammenarbeiten. Aber wir alle sehen ja, dass das nicht der Fall ist.“

„At the end of the day“ redet Pitchford mal wieder nur drumherum, statt knallhart seine Meinung zu sagen und seine Ideen zu verbreiten. Er gibt größtenteils nur unklare Antworten auf die Fragen des Interviewers beziehungsweise er antwortet überhaupt nicht und erzählt uns von ITunes und andere Entwickler wie Ubisoft. Klar ist nur: Randy Pitchford mag Microsoft nicht und Valve noch viel weniger. Ich sehe einfach nicht das Problem. Was genau spricht gegen viele verschiedene Plattformen? Solange man miteinander spielen kann, ist doch alles Okay.

Quelle: golem.de

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